Buchverlag Werner Imhof

AKTUELL: Wenn derzeit Corona-Leugner oder sogar Dieselfahrer das Symbol des Judensterns missbrauchen, um sich als gesellschaftlich Ausgegrenzte zu markieren, erzeugt das bei mir Brechreiz. Wer den Holocaust, die fabrikmäßige Ermordung von sechs Millionen vollkommen unschuldiger Menschen, mit überaus sinnvollen Maßnahmen gegen eine Pandemie oder absolut notwendigen Maßnahmen gegen eine drohende Klimakastrophe vergleicht, hat entweder dringenden Bedarf an psychatrischer Behandlung oder - wenn er bei Sinnen ist - muss strafrechtlich verfolgt werden.

MEINE GRÖSSTE BERUFLICHE LEIDENSCHAFT IST: BÜCHER MACHEN!

Ich interessiere mich für so viele Dinge, dass ich inzwischen rund vierzig Berufe und Funktionen erlernt oder ausgeübt habe. Nicht alle ganz meinen Neigungen entsprechend, zum Teil einfach der Notwendigkeit geschuldet, meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Um chronologisch die wichtigsten zu nennen: Rettungssanitäter, Briefträger, Hochschulassistent, Lehrer, Ghostwriter, Journalist, LKW-Fahrer, Programmierer, Lektor, Korrektor, Dokumentar, Archivar, Abteilungsleiter, Buchverleger, Finanzfachwirt, Zeitungsherausgeber, Pressereferent, Veranstaltungsmanager, Kuratoriumsmitglied eines tschechisch-sächsischen Wirtschaftsforums, Geschäftsführer einer Dachdeckerfirma, Historiker, Auslandskorrespondent, Übersetzer, Herbergsvater, Sprecher, Regisseur, Drehbuchautor. Dazu Publikationen, Seminare und Vorträge zu Oral History, historischer Spurensuche, und tschechischer Geschichte sowie Gedenkstättenführungen.

Das Jahr 1989 hat mein Leben nachhaltig verändert. Zunächst aus Neugier, als politisch interessierter Mensch und Historiker, zog es mich immer wieder zu Erkundungsreisen nach Osten. Es war das Gefühl, nebenan vollziehe sich ein historischer Einschnitt, dessen Bedeutung vielleicht nur mit der Französischen Revolution vergleichbar sei – da musste ich vor Ort sein. Mit Tschechien verband ich zunächst den Prager Frühling. Bis heute steht mir vor Augen, wie meine Eltern geweint haben, als im August 1968 Panzer durch Prag fuhren. Ich war damals acht Jahre alt. Dann Franz Kafka. Über ihn machte ich mein Examen in Literaturwissenschaft. Bis heute komme ich immer wieder auf ihn zurück – unter anderem durch die Übersetzung von Petr Balajkas wunderbarem Buch über Franz Kafkas Lieblingsschwester Ottla 2019. Eine unglaubliche, wunderbare Frau, die dem Holocaust zum Opfer fiel. Dieses Buch ist in meinem Webshop erhältlich. Und ich komme immer wieder auf Tschechiens weltweit unvergessenen Präsidenten Václav Havel zurück - umso mehr im Blick auf die derzeitige politische (Un)kultur in meiner Wahlheimat Tschechien, namentlich im Blick auf Havels unsägliche Nachfolger im Amt des Präsidenten, Václav Klaus und Miloš Zeman. Ich habe hierzulande ein erhebliches Medienecho hervorgerufen, als ich 2016 aus Protest gegen die Verleihung an Zeman eine Verdienstmedaille des tschechischen Verbandes der Holocaust-Überlebenden zurückgegeben habe.

Das erste Buch, das 1994 in meinem Verlag erschien, war eine Interpretation von Havels Briefen aus dem Gefängnis an seine Frau Olga. Olga Havlová hatte mir ein Geleitwort zu diesem Buch zugesagt. Leider erlaubte ihr das ihr Gesundheitszustand nicht mehr - sie starb kurze Zeit nach unserer Begegnung. Ich werde diese wunderbare Frau, die Aura, die sie ausstrahlte, niemals vergessen. Richard von Weizsäcker, der Havel freundschaftlich verbunden war, nannte meine Publikation in einem persönlichen Brief an mich "ein wichtiges Buch".

Es folgte ein Buch über Jan Amos Comenius. Er gehört wie Havel ganz sicher zu den wichtigsten Geistesgrößen, die dieses Land im Herzen Europas hervorgebracht hat. Beide Bücher sind heute aktueller denn je und hier im Webshop erhältlich.

Während der Arbeit an diesen beiden Büchern fasste ich 1995 den Entschluss, meinen Wohnsitz nach Tschechien zu verlegen - seit 26 Jahren lebe ich jetzt in Nordböhmen. Ich habe diese Entscheidung nie bereut. Einkaufswagen 0 Warenkorb Diese Seite teilen