Buchverlag Werner Imhof


Holocaust

Als Historiker, als Journalist, als Übersetzer, Herausgeber, Buchverleger beschäftige ich mich seit Jahrzehnten mit dem Thema Holocaust. Für die Geschichtswissenschaft, die Bildungs- und Erinnerungsarbeit ist und bleibt das größte Menschheitsverbrechen ein Thema, das niemals zu den Akten gelegt, für abgeschlossen und erledigt angesehen werden kann. In der Öffentlichkeitsarbeit für die Bücher und Publikationen, die ich zu diesem Thema verfasst, verlegt, übersetzt, herausgegeben habe, wird mir von Seiten der Medien immer wieder die Frage gestellt: „Gibt es denn einen aktuellen Anlass?“ Ist der internationale Holocaust-Gedenktag, der 27. Januar, der derzeit 77. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, ein aktueller Anlass? Oder von Buchenwald, Ravensbrück, Flossenbürg, Dachau, Sachsenhausen, Mauthausen usw. Sind es Jahrestage der Attentate auf Adolf Hitler? Des erfolgreichen Attentats auf Reinhard Heydrich? Oder vielmehr der Vernichtung von Lidice? Oder des Aufstandes in Treblinka? Des Todestages von Dietrich Bonhoeffer? Oder vielleicht des 100. Geburtstages der tschechischen Auschwitz-Überlebenden Lisa Miková am 31. Januar 2022? Nichts von alledem! Aktueller Anlass ist, wenn eine bedeutende Publikation zum Thema Holocaust erscheint, die das Spektrum der bereits vorhandenen bedeutend erweitert. Punkt.